Das habe ich beim Campaign Boostcamp 2017 gelernt

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Wie verändern wir Gesellschaft? Mit dieser Frage habe ich mich zusammen mit engagierten Mitmenschen eine Woche lang beim Campaign Boostcamp 2017 beschäftigt, um als Campaignerin zu wachsen, mein Netzwerk zu erweitern und neue Ideen für meine Kampagnenarbeit hier bei Change.org zu bekommen.

„Das Campaign Boostcamp ist ein Trainingsprogramm für die neue Generation von Campaigner*innen. Talentierte Aktivist*innen und Young Professionals aus zivilgesellschaftlichen Organisationen lernen bei dieser Weiterbildung gemeinsam von den besten Trainer*innen, wie Kampagnen entwickelt, organisiert und gewonnen werden – mit besonderem Fokus auf Online-Campaigning. Ziel des Campaign Boostcamps ist es, den zivilgesellschaftlichen Kampagnensektor zu professionalisieren, Junior-Campaigner*innen und Aktivist*innen in ihrem Profil zu schärfen, in ihren Kompetenzen zu stärken und zu vernetzen.“
Homepage, Campaign Boostcamp

Das Besondere am Campaign Boostcamp war in meinen Augen die Zusammensetzung der Gruppe der Teilnehmer*innen. Es wurde Wert darauf gelegt, dass Menschen mit verschiedenen Hintergründen vertreten sind. Frauenrechtler*innen trafen auf Menschen der LSBTTIQ-Gemeinschaft. Aktivist*innen mit Behinderung kamen mit Menschen der Antirassismus-Bewegung zusammen. Ich habe gelernt, dass der Austausch zwischen den verschiedenen Strömungen des politischen Aktivismus enorm wichtig ist, um ein Netzwerk zwischen Menschen zu schaffen, die sich gegenseitig unterstützen und intersektional arbeiten.

Neben Intersektionalität ging es beim Boostcamp darum, fachliche Kompetenzen zu erlernen. Uns wurden Werkzeuge an die Hand gegeben, um eine Kampagnenstrategie zu erstellen und diese auch umsetzen zu können.

„Wann macht eine Kampagne Sinn? Wo stecke ich die Ziele für meine Kampagnenarbeit?
Warum sind manche Kampagnen erfolgreich und andere nicht?“


Weitere Trainingssessions gab es zu den Themen Mobilisierung, Webpräsenz, Social Media, Medienarbeit und Fundraising. Auch bei der Auswahl der Trainer*innen wurde besonderer Wert darauf gelegt, dass sie aus verschiedenen Bereichen des politischen Aktivismus’ kommen und Vielfalt widerspiegeln. Practice what you preach!

Jeden Nachmittag folgte auf die Theorie-Intervalle ein Planspiel, welches sich durch die ganze Woche zog. So haben wir gelernt, das neu erlernte Wissen in einem fiktiven Szenario umzusetzen.

Abgerundet wurde das Programm mit verschiedenen Selfcare-Einheiten. Wie auch ich schon festgestellt habe, bedeutet Aktivismus immer viel Arbeitsaufwand, Einsatz und oft auch emotionale Aufruhr. Zu lernen, auf sich selbst zu achten kommt beim Campaign Boostcamp nicht zu kurz, denn nur wer achtsam mit sich selbst ist, kann achtsam mit anderen sein und eine neue respektvollere Gesellschaft erschaffen.

Ich bin gestärkt aus der Trainingswoche rausgegangen und konnte viele neue Tricks und Ideen mitnehmen, um sie unseren Petitionsstarter*innen bei Change.org mit auf den Weg zu geben. Die für mich wichtigste Erkenntnis ist die Notwendigkeit von inklusivem Campaigning. Ich habe gelernt, wie stark wir ohne es zu merken Teile der Gesellschaft allein durch technische Funktionen, aber auch durch Sprache ausschließen. Ich werde in Zukunft darauf achten, Barrierefreiheit durch z.B. Bildunterschriften oder Video-Untertitel online zu garantieren und Sprache geschlechtergerecht und einfach verständlich zu formulieren, sowie immer darauf bedacht zu sein, jede*n zu inkludieren.

 

PS: Wir hatten auch jede Menge Spaß!

 

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