#4 Massenmedien nutzen

Die Medien an Bord zu holen wird Ihnen helfen mehr Unterstützer*innen für Ihre Kampagne zu gewinnen und somit Ihrem Ziel näher zu kommen.

Entscheidungsträger*innen reagieren sensibel auf Medienberichte, deswegen ist es ein guter Weg, um sie zu beeinflussen. Diese vier Schritte helfen Ihnen, Ihre Kampagne an die Medien zu vermitteln.

1. Schritt: Gestalten Sie Ihre Mediengeschichte

Zeitmanagement ist wichtig

Sie müssen aufzeigen, warum Ihre Petition genau zu diesem Zeitpunkt wichtig ist. Suchen Sie sich ein Thema, was aktuell in den Medien diskutiert wird und knüpfen Sie mit Ihrer Kampagne daran an. Erwähnen Sie einen Entscheidungstag oder wählen Sie einen anderen Stichtag wie zum Beispiel einen Feiertag. Dringlichkeit können Sie außerdem mit Aussagen wie „Die Petition nimmt Fahrt auf! In den letzten 24 Stunden wurde sie 250 Mal gezeichnet.“ ausdrücken.

Die Lokalität der Petition ist wichtig

Erklären Sie warum die Petition für die Gegend relevant ist, über die berichtet wird, indem Sie bestimmte lokale Begebenheiten hervorheben und Journalist*innen aus der Gegend kontaktieren.

Erklären Sie warum ihr Anliegen wichtig ist

Je mehr Menschen von einem Problem betroffen sind, desto fesselnder ist die Geschichte. Stellen Sie deswegen dar, wie viele Menschen Sie versuchen vor dem Problem zu schützen.

Erzählen Sie eine fesselnde Geschichte

Petitionen, die die persönliche Geschichte der Person hinter der Kampagne erzählen, kommen am besten bei den Medien an. Versuchen Sie also Liebe, Verlust oder Familie in Ihre Geschichte einzubauen. Erwähnen Sie alle Prominenten, die sich für ihre Kampagne eingesetzt haben, sie gezeichnet oder getwittert haben. Heben Sie die Elemente Ihrer Geschichte hervor, von denen Sie glauben, dass sie am spannendsten sind.

Benutzen Sie Fotos, Videos und Veranstaltungen

Fotos, Videos und andere interaktive Medien machen eine Geschichte spannend. Vergessen Sie also nicht, alle Fotos, Videos und Audios in Ihre Geschichte zu integrieren und Veranstaltungen zu erwähnen, die für Medien eventuell Möglichkeiten bieten neue Inhalte aufzunehmen wie zum Beispiel Anhörungen, Ansprachen oder Aktionen.

Nachweise bereithalten

Manche Journalist*innen werden eventuell nach Beweisen für Ihre Geschichte fragen. Halten Sie Dokumente, Emails und Videos bereit und stellen Sie sicher, dass Sie Kontaktinformationen von glaubwürdigen Quellen haben, damit Sie Ihre Geschichte stützen.

2. Schritt: Sprechen Sie Journalist*innen an

Sobald Sie wissen, wie Ihre Geschichte für die Medien aussieht, ist es Zeit Journalist*innen anzusprechen.

Machen Sie Ihre Hausaufgaben

Finden Sie heraus welche Journalist*innen im Bereich Ihres Themas berichten und wer wohl am interessiertesten an Ihrer Geschichte ist. Lesen Sie lokale Zeitungen, hören Sie Radio, schauen Sie Nachrichten und durchforsten Sie das Internet, um interessierte Journalist*innen zu finden.

Schreiben Sie eine Email

Schreiben Sie zuerst eine Email, in der Sie sich und Ihre Petition kurz vorstellen.

Beispiel:

Betreff: Hartz IV-Empfängerin und mehr als 15.000 Menschen fordern von Jens Spahn, einen Monat von der Grundsicherung (416 EUR) zu leben.

(Karlsruhe, 13. März 2018)  Nach den jüngsten Äußerungen zu Hartz IV des designierten Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) – am Wochenende, fordere ich per Change.org-Petition change.org/jensspahn Jens Spahn dazu auf, selbst für einen Monat von der Grundsicherung zu leben. Innerhalb weniger Stunden unterschrieben über 15.000 Menschen meine Petition an den Politiker.

Ich komme aus Karlsruhe und bin selbst Hartz IV-Empfängerin. Jens Spahns Aussagen zeugen nicht nur von Unkenntnis. Sie entlarven, wie weit Herr Spahn sich von meiner Realität und der von Millionen Deutschen entfernt hat. Deshalb lade ich Sie ein, Herr Spahn: Meistern Sie für einen Monat Ihren Alltag zum HartzIV-Grundregelsatz von 416,00 EUR im Monat.

Ich habe einen 10-jährigen Sohn. Das Sorgerecht teile ich mir mit dem Kindsvater, ich bin also zur Hälfte alleinerziehend. Insgesamt bleiben mir rund 10 EUR am Tag zum Leben für mich und meinen Sohn. Das bedeutet finanzielle Armut.

Das öffentlich zu machen, fällt mir nicht leicht. Der Wille, die Aussagen von Jens Spahn nicht einfach vorüberziehen zu lassen, ist aber stärker als die Scham.

Kurzlink zur Petition und zu den Kommentaren:

change.org/jensspahn  

Meine Kontaktdaten:

Tel: xxxxxxxxxxxx

Email: xxxxxxxxxxxx

Ich freue mich von Ihnen zu hören!

Viele Grüße,

Sandra S.

Nachhaken

Wenn Sie innerhalb von ein paar Stunden nichts gehört haben, rufen oder twittern Sie die Journalist*innen an, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.

Seien Sie hartnäckig

Es ist nicht selten, dass man seine Geschichte zehn bis zwanzig Journalist*innen vorstellen muss, um einen einzigen Bericht zu bekommen. Hören Sie bei den Antworten der Journalist*innen genau hin, verfeinern Sie ihre Präsentation und versuchen Sie es erneut ein oder zwei Wochen später mit neuen Informationen zu den Entwicklungen Ihrer Kampagne.

Verfolgen Sie die Medien

Manchmal berichten Journalist*innen über eine Geschichte, ohne Sie noch einmal zu kontaktieren. Stellen Sie sicher, dass Sie den Beitrag nicht verpassen, indem Sie die Nachrichten schauen und ihre Google Alerts richtig einstellen. Informationen zum Einstellen von Google Alerts finden Sie hier.

3. Schritt: Stellen Sie sich den Interviews

Viele Journalist*innen werden mit Ihnen reden wollen. Journalist*innen lieben es mit normalen Menschen zu reden, die eine aufrichtige Leidenschaft für ein Thema oder eine persönliche Bindung zu einer Geschichte haben. Ob für Zeitungen, Radio oder Fernsehen: die folgenden Tipps werden Ihnen helfen Ihre Nachricht zu verpacken.

Haben Sie drei Hauptaussagen

Wenn Sie wissen, was Sie zum Ausdruck bringen wollen, ist es einfacher Ihre Nachricht zu verpacken egal wonach Sie gefragt werden. Entscheiden Sie sich im Voraus was die drei Hauptaussagen sein sollen und üben Sie das Antworten von Interviewfragen, indem Sie das Gespräch wieder zurück zu Ihren drei Hauptaussagen bringen.  

Erwähnen Sie Ihre Change.org Petition

Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Change.org Petition und die aktuelle Anzahl der Unterstützer*innen erwähnen. Es verleiht Ihren Aussagen Glaubwürdigkeit und verhilft Ihnen zu noch mehr Unterstützung. Außerdem hilft es den Leser*innen oder Zuschauer*innen, Ihre Petition online zu finden und zu unterzeichnen. Sagen Sie zum Beispiel: „Meine Petition auf change.org haben bereits 20.000 Menschen unterschrieben. Darüber freue ich mich sehr!“

4. Schritt: Nutzen Sie die Medien voll aus

Berichterstattung in den Medien ist alleine schon großartig, aber diese einfachen Aktionen können die Wirkung noch erhöhen.

Danke sagen

Schicken Sie den Journalist*innen eine Dankesnachricht inklusive aktueller Informationen zu Ihrer Kampagne. Wenn sie sich geschätzt fühlen und auf dem neuesten Stand gehalten werden, kann es gut sein, dass sie Ihre Geschichte erneut veröffentlichen.

Ihre Unterstützer*innen informieren

Berichterstattung in den Medien ist aufregend. Informieren Sie Ihre Unterstützer*innen darüber. Außerdem können Sie den Beitrag in Ihren Social-Media-Kanälen teilen und Ihre Unterstützer*innen bitten, das gleiche zu tun, um dadurch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Schicken Sie die Berichte an die Entscheidungsträger*innen

Wenn Sie die Medienberichte mit einer kurzen Email an die Entscheidungsträger*innen schicken, könnte es sein, dass Sie dadurch ein Treffen organisieren können oder die Entscheidungsträger*innen sogar dazu bringen, sich für Sie zu engagieren.  

Nutzen Sie die Medien, um weitere Medien anzulocken

Leiten Sie einen lokalen Bericht zusammen mit Ihrer Präsentation an einen regionalen oder nationalen Kanal weiter, um eine breitere Berichterstattung zu erreichen.

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